REPUBLIK (SH)
SCHLESWIG HOLSTEIN
(EINE FIKTION??)
JHH war ein echter Weltenbummler. Ständig auf der Suche nach seinem persönlichen Glück hatte er sich fast 12 Jahre in Lateinamerika aufgehalten und sich dort als dritte Fremdsprache Spanisch angeeignet.
Da er ein ziemlicher Abenteurer ist, hatte er in seinem Leben schon viel durchgemacht. Auch mit dem Gesetz war er schon in Konflikt gekommen aber seine Bereitschaft Fehler einzugestehen und diese auch zu bereuen, hatten ihm dann auch in solchen Situationen immer wieder die erwartete Milde beschert.
Sein Lebenslauf hatte abenteuerliche Züge angenommen, da er stets auf der Suche nach etwas Neuem war und es nicht all zulange in einer festen Angestellten Position aushielt.
Am wohlsten fühlte er sich in der Selbständigkeit, die er auch viele Jahre seines Lebens mit geringen Geldmitteln bestritt.
JHH war über drei Jahre in Ecuador gewesen, hatte dort ein kleines Hotel mit Restaurant aufgebaut und fühlte sich dort recht wohl. Sein Restaurant war schon nach ca. eineinhalb Jahren im South-American Handbook (ein Reiseführer für Südamerika) als "best Breakfast place in town" (bestes Frühstückslokal am Ort) empfohlen worden und die Geschäfte gingen gut.
Leider hatten sich im Jahre 1995 die beiden Staaten Peru und Ecuador entschlossen, einen kleinen Grenzkrieg zu führen. Das kam beiden Präsidenten dieser Drittweltländer sehr entgegen, da der eine (Fujimori) von einem Drogenskandal ablenken musste und der andere (Sixto Duran-Ballén) gerade auf der Beliebtheitsskala auf der untersten Stufe angekommen war.
Krieg ist natürlich GIFT für den Tourismus und so gab JHH vier Monate später auf und kehrte nach Deutschland zurück.
Hier suchte er sich sofort eine neue Arbeit und verließ Deutschland schon kurze Zeit später mit allem Ersparten, um sein Glück in Honduras (Zentralamerika) zu finden.
Da seine finanziellen Mittel sehr beschränkt waren, ließ er sich auf eine Partnerschaft mit einer sehr reichen honduranischen Familie ein. Man entwickelte zusammen das Telefonbuch auf CD für Computer. Als JHH beim Verkauf von Werbung innerhalb der CD ein gutes Geschäft machte, entschlossen sich die Honduraner, dass Geld lieber alleine zu verdienen.
Als Ausländer war er leicht angreifbar und so ließ diese Familie alle Beziehungen zu Gerichten, zur Ausländerbehörde und anderen Ministerien spielen und schaffte es sogar JHH für sechs Tage hinter Gitter zu bringen. Das Glück wollte es jedoch, dass die einzige nicht bestechliche Richterin in Tegucigalpa seinen Fall behandelte. So wurde er wieder vorläufig auf freien Fuß gesetzt, doch nur um vom Berufungsgericht (alles Freunde der Honduraner) wieder verurteilt zu werden. Die Aussicht auf fünf Jahre Knast unschuldig in einem honduranischen Gefängnis zu verbringen, zwangen JHH nach sechs Jahren im sonnigen Honduras die Flucht zu ergreifen.
Während der sechs Tage hinter Gittern erlebte JHH wie "wertvoll" es war, eine deutsche Botschaft im Lande zu haben. Der Botschafter hatte für solche für ihn scheinbar völlig unwichtige Ereignisse keine Zeit und schickte daher einen seiner Untergebenen. Von diesem Zeitpunkt an, wusste JHH, dass deutsche Botschafter nur für Empfänge und bei gesellschaftlichen Ereignissen die BRD vertraten. Für Probleme von Landsleuten blieb da keine Zeit.
Während dieser Tage begann die Abneigung gegen jegliche Art von Politikern und entstand der Gedanke einmal in einem Staat zu leben, wo ausschließlich das Volk regiert.
Der Gedanke nahm im Kopf von JHH Formen an.
Nach seiner Rückkehr ins geliebte Deutschland traf JHH eine Menge sehr interessanter und intelligenter Leute aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft.
Die entscheidende Begegnung war jedoch das Treffen mit einem Reporter einer Lokalzeitung in Flensburg. Dieser fand die Ideen von JHH sehr interessant und brachte auch eine Menge eigener Gedanken in diesen Prozess mit ein. Das Projekt wurde immer konkreter.
Doch die Realisierung der Gedanken von JHH wurden jäh unterbrochen durch den Tod seines Vaters. Die nicht unerhebliche Erbschaft ermöglichte es ihm, zurück in die Sonne nach Lateinamerika auszuwandern.
Doch auch dieser Ausflug sollte sogar noch früher enden, als alle anderen zuvor. Dieses Mal ging es nach Nicaragua und JHH hatte sich die in den Internetseiten als Touristenzentrum vom Land betitelte Stadt Granada ausgewählt. Mit der gleichen Idee wie in Ecuador eröffnete er zuerst ein Restaurant und baute nach erfolglosem Beginn dann das gemietete Haus zu einer kleinen Pension um.
Obgleich er nun schon etliche Jahre Erfahrungen aus Lateinamerika mitbrachte und der spanischen Sprache mächtig war, ging auch dieses Projekt daneben. Niemals hätte er sich ausgemalt, dass er den Großteil seines Erbes so schnell verlieren könnte. Die Einnahmen aus dem Tourismus waren nicht einmal kostendeckend und das, obwohl JHH wirklich nur die minimale Anzahl an Angestellten hatte und denen auch nur Löhne des unteren Durchschnitts zahlte.
Um es auf den Punkt zu bringen: Das war geschäftlich wieder nix. Der Rest von Seiten der Latinos war, fast schon wie gewohnt, nur Betrug, Diebstahl, Vertrauensmissbrauch und Korruption.
Nun war es das DRITTE MAL, dass JHH in Lateinamerika finanziell kein Glück hatte und dennoch verlor er sich nicht in Selbstmitleid und kehrte nach Flensburg zurück.
Als gottgläubiger Mensch sah er all dies als Fügung an und begann nun seine Ideen für eine unabhängige, demokratische Republik in die Tat umzusetzen.